Anatomie eines Verbrechens Premiere: Das Darmstädter Theaterlabor zeigt „Der Kick“: Ein trauriges Exempel des Klimas, in dem rechte Gewalt gedeiht
DARMSTADT. Als Frederik Freber mit der Videokamera nach Potzlow reiste, fand er ein ganz normales Dorf. Kirchturm, Beete, Blumen: Frebers Bilder werden kurz eingespielt in der jüngsten Aufführung des Darmstädter Theaterlabors. „Wir hätten auch Bilder aus dem Odenwald dazunehmen können, und niemand hätte etwas gemerkt“, sagt der Regisseur Max Augenfeld. [mehr]
Überall ist Potzlow "Der Kick" in Darmstadt VON FRANK SCHUSTER
Beim Thema Jugend und Gewalt taucht immer wieder die Frage auf, ob Computerspiele oder Filme Vorbild von Taten sein können. Überschlugen sich die Argumente für und wider im Fall der Schul-Amokläufe in Littleton und Erfurt, stellt sich bei dem, was sich in der Nacht zum 13. Juli 2002 im uckermärkischen Potzlow abspielte, die Sache so dar: Die beiden rechtsradikalen Brüder Marco und Marcel Schönfeld ermordeten ihren 16-jährigen Kumpel Marinus, den sie vorher zwangen, sich "Jude" zu nennen, mit einem so genannten Bordsteinkick, den sie aus dem Film American History X kannten. [mehr]
Schöne Welt des Scheins Kleinkunst: Klamauk, Gesang und Erotik bis zum Nabel eines Bauchtänzers: Zum 14. Mal lädt Rainer Bauer zum Darmstädter „Mollerkoller“ ein und lässt dabei allerhand Revue passieren
DARMSTADT. Rainer Bauer begrüßte das Publikum im voll besetzten Mollerhaus auf einer Bühne mit leuchtend grünem Rollrasen und Rabatten farbenfroher Tulpen. Nur der Osterhase fehlte, um am milden Samstagabend des Dreikönigstags mit „Mollerkoller“ zum 14. Mal die Absurditäten der Welt bei den Löffeln zu packen. [mehr]
Fluch(t) bei sieben Geist aus dem Brunnen
DARMSTADT. Als der Geist der schönen O-Kiku aus dem Brunnen steigt, reißt Erzähler Andreas Konrad entsetzt die Augen auf. Das Publikum hält den Atem an. Es ist eine packende und zugleich feinsinnige Premiere, mit der das „Theater Lakritz“ am Freitagabend ins Reich der Fantasie entführt. Angetan mit blauem Kimono, lässt sich Konrad auf der kargen Bühne im Darmstädter Mollerhaus nieder, um die Kunst des Erzählens zu zelebrieren. Blütenzweige in zierlichen Porzellanvasen verbreiten japanisches Flair. [mehr]
Lacher für die Revue der Erinnerungen Theater: „Sekt oder Selters“ kehrt mit „Binsen 74“ auf die Darmstädter Bühne zurück – Jürgen Seelbach ist neu dabei
DARMSTADT. Warum sollte es Fernsehmoderatoren vorbehalten sein, mit mehr oder weniger wichtigen Promis mehr oder weniger wichtige Erinnerungen auszutauschen? Jede Clique verfügt schließlich über ihren Erinnerungsschatz, der immer wieder ausgegraben werden kann. Auch drei Freunde aus dem Dorf Binsen können auf solch spannende Jahre zurückblicken. Genau 33 Jahre ist es her, als sie sich zum letzten Mal gesehen haben, nun bringt der Zufall sie wieder zusammen. [mehr]
Tanz den Erich Fried Ausblick: Jugend-Sparte beim Darmstädter Theater Transit: Nicole Amsbeck plant Hip-Hop-Performance „Wilde Herzen“
DARMSTADT. „Jugendliche haben eine extrem hohe Energie, wenn sie denn freigesetzt wird“, sagt die Theaterpädagogin Nicole Amsbeck (35). „Man muss ihnen ein Forum geben, eine Plattform“. Das will Amsbeck in einer neuen Initiative des Darmstädter Theater Transit versuchen. „Wilde Herzen“ heißt das Projekt, das eine Performance zwischen Tanz und Theater für junge Menschen zwischen 15 und 24 werden soll. [mehr]
Was ist ein „Personal Shopper“? Kleinkunst: Eine Menge Unterhaltung: Rainer Bauer bittet erstmals in sein Café im Garten des Theaters Mollerhaus
DARMSTADT. „Das ist Premiere, das ist live“, sagt Rainer Bauer angesichts der grauen Wolken, die am Sonntagnachmittag in Darmstadt zunächst über dem Theater Mollerhaus hängen und ein paar Tropfen fallen lassen. Im Normalfall hätte das keinen gestört, aber die neue Veranstaltungsreihe spielt sich im lauschigen Garten hinter dem Gebäude und nicht im Theaterraum ab. Ein Paar spannt über dem Tisch einen bunten Schirm auf, andere flüchten ins Mollerhaus hinein. [mehr]
Suchbild mit Zwillingen Tanzperformance: Die Brüder de Filippis bringen für ihr Stück „A.Null“ eineiige Geschwisterpaare zusammen
Als Paar Nummer vier einläuft, gerät Mechele de Filippis endgültig aus dem Häuschen: „Oh toll, die sehen sich ja total ähnlich!“ Kein Wunder, sind ja auch Zwillinge. So wie er und sein Bruder Guiseppe, die man auch kaum auseinanderhalten kann. Oder wie Isabell und Deborah Klein, die am Tresen stehen. Gleich vor Beate Klein und Kerstin Jarczyk, noch so ein doppeltes Lottchen. Aber Andreas und Thomas Urfels, die gerade eingetroffen sind, sehen sich wirklich am allerähnlichsten! [mehr]
Kriecher gesucht Ausblick: Bissige Realsatire über Fernsehshows: Gespräch mit Max Augenfeld und Nadja Soukup vom Darmstädter Theaterlabor zu Lutz Hübners „Creeps“ – Premiere am 4. Oktober im Mollerhaus
DARMSTADT. Eine „Hommage an Dieter“ sei das Stück „Creeps“, die derzeitige Produktion des Darmstädter Theaterlabors, das am 4. Oktober im Mollerhaus Premiere hat, sagt Regisseur Max Augenfeld. Im Stück heißt der Regisseur aus dem Off zwar Arno und wird gesprochen von Sascha Stegner, er ist aber genauso gemein wie Dieter Bohlen, sagt Augenfeld im Gespräch schmunzelnd. Denn inhaltlich geht es um eine Casting-Show. [mehr]
„Mach’ Dich zum Idioten!“ Schauspiel: Die Gruppe Theaterlabor spielt Lutz Hübners Mediensatire „Creeps“ im Darmstädter Theater Moller-Haus
DARMSTADT. Fernseh-Casting im Theater Moller-Haus. Auf der Bühne sieht es aus wie bei „Viva“ im Studio: Lichtsterne an der Wand, Knautschsitz in der Mitte, Flugzeugstuhlreihe neben dem Getränkepult. Die Fernsehredaktion sucht Mädchen für die neue Show „Creeps“ ... [mehr]
Wer? Wann? Was? Zaubernde Frauen im Kommen: Darmstädterin weit vorn
Waso Koulis (44), charmante Darmstädter Mutter deutsch-griechischen Geblüts: Seit wenigen Tagen ist sie im siebten Himmel. In den sie sich hinauf zauberte, obwohl sie mit beiden Füßen auf der Erde stand. Es war in Baunatal bei Kassel – bei der ersten Etappe der Vorentscheidungen für die Deutschen Meisterschaften der Zauberkunst. Da schaffte Waso Koulis den zweiten Platz, kehrte mit einem prächtigen Pokal heim. Jetzt darf sie sich auf die Endrunde freuen, zu denen der Magische Zirkel Deutschland alle drei Jahre lädt. Also wird die Frau 2008 mit ihrer Show dabei sein: vom 3. bis 6. Juli in Neuss (Ruhrgebiet). [mehr]
Mit Vertrauen ins Wagnis Improvisationstheater: Ungeniert wie daheim im Wohnzimmer: Der Schauspieler Rainer Bauer und der Keyboarder Michael Bibo im Darmstädter Theater Moller-Haus
DARMSTADT. Worin sie sich üben und was ihnen durchweg trefflich gelingt, ist die Kunst, ganz im Augenblick zu sein: Rainer Bauer und Michael Bibo präsentierten am Freitagabend Improvisationstheater im amüsanten Doppel von Darstellung und Musik. Gerade mal ein Dutzend Zuschauer hat es sich auf den Polstersitzen im Theater Moller-Haus bequem gemacht, als die beiden die Bühne betreten, sich artig vorstellen und unternehmungslustig ins Scheinwerferlicht grinsen. [mehr]
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Darmstädter Echo, 20.11.2007, Susanne Döring
„Kapitän Nemo“ von Ferruccio Cainero
Kapitän Nemo ist abgetaucht, wie er das so gerne tut. In der Unterwasserwelt ist er Herr der Dinge, das Meer ist für ihn „Bewegung und Liebe“. Die Liebe scheint er dabei ganz heftig zu vermissen in der realen Welt, und er zieht es daher vor, mit seinem Unterseeboot „Nautilus“ die Ozeane zu erkunden. [mehr]
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