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THEATER TRANSIT - WIR SIND VIELE
 

Darmstädter Echo, Fr, 24.10.08

Theater macht Schule

Problemstück: Die Darmstädter Gruppen Lakritz und Transit bringen das Drama „Wir sind viele“ in die Klassenzimmer
DARMSTADT. „Was ist aus uns geworden, nach all den Jahren?“, fragt Denise (Nicole Amsbeck) ihren ehemaligen Schulkollegen Jean (Björn Lehn). Der erzählt, dass er inzwischen ein Geschäft besitze: „Sport, Trecking, Outdoor Stein“ und erfährt daraufhin von Denise, dass sie TV-Produzentin ist. „Talk im Klassenzimmer“ heißt ihr neues Sendeformat, in dem sich einstige Schulkameraden wiedersehen und über vergangene Zeiten unterhalten. Jean soll der erste Gesprächspartner sein, Treffpunkt ist der alte Klassenraum, dort entstehen zahlreiche Konflikte rund um Erinnerungen, Mut und Mobbing.

Eine Tafel, ein Tisch und zwei Stühle säumen bei der Probe die Bühne im Theater Mollerhaus. Dort wird „Wir sind viele“ heute erstmals aufgeführt. Das Stück ist eine Gemeinschaftsproduktion von Theater Transit und Theater Lakritz, das Drehbuch entwickelte die in Berlin lebende TV-Drehbuchautorin Michaela Bochus. „Das Stück lebt davon, dass wir nur mit den Schauspielern anreisen“, sagt Regisseurin Ann Dargies von Theater Transit und erklärt, dass „Wir sind viele“ künftig überwiegend in Schulen in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg aufgeführt werden soll. Das Stück richtet sich an Jugendliche ab Klasse 8.

In den kommenden Monaten soll „Wir sind viele“ dabei überwiegend in den Landkreis-Schulen gezeigt werden, da man vom Land Hessen eine Gastspielförderung erhalten hat, berichtet Ann Dargies: Das Land übernimmt für ein Jahr die Hälfte der Kosten, die die Ensembles den Schulen in Rechnung stellen. Dennoch können auch Darmstädter Schulen bereits jetzt Interesse an einem Gastspiel anmelden.

Damit möglichst viele Klassen erreicht werden, haben sich vier Schauspieler auf das Zwei-Personen-Stück vorbereitet, die miteinander tauschen können, wie Ann Dargies sagt. Neben Björn Lehn ist es Konrad Thomas Büttner von Theater Lakritz als Jean, zu Nicole Amsbeck gesellt sich Karla Katja Leisen von Theater Transit als Denise. „Wir sind viele“ sei ein weiterer Baustein im wachsenden Jugendkulturbereich des Theater Transit, betont Nicole Amsbeck. An die Aufführungen in den Klassenzimmern schließe sich eine theaterpädagogische Nacharbeit an, bei der die Schüler Gelegenheit bekämen, einzelne Szenen nachzuspielen und für die Konflikte eigene Lösungen zu entwickeln. Eine Schulstunde nimmt die Aufführung in Anspruch, eine weitere die Nacharbeit.

Bereits in den Vorbereitungen zu „Wir sind viele“ seien Schüler einbezogen worden, erzählt Ann Dargies. Eine Klasse der Darmstädter Edith-Stein-Schule und eine Klasse der Georg-Christoph-Lichtenbergschule Ober-Ramstadt hätten als Paten gewonnen werden können, mit denen das Stück gemeinsam erarbeitet wurde. „Wir haben vor den Schülern improvisiert und von ihnen Rückmeldungen erhalten“, sagt Nicole Amsbeck. Bereits zu dieser Zeit sei Michaela Bochus dabei gewesen und habe auf der Grundlage der Vorarbeiten eine erste Version des Stücks geschrieben. Diese sei den Schülern dann erneut gezeigt worden, die unter anderem gut darauf reagiert hätten, dass die Schauspieler die Schüler immer wieder mit Fragen in das Stück einbeziehen.

simo
24.10.2008




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