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DANKE IN DUR UND MOLL - EINE PARTITUR FÜR CLOWNS N
 

Wieder Spaß in Dur und Moll
Premiere: Heitere Variationen des Wartens: Das Theater Transit präsentiert seine neue Version der „Partitur für Clowns“

DARMSTADT. Für die Mitglieder des Theaters Transit sind ihre Stücke wie Wegbegleiter. Nicht nur für eine Spielzeit, sondern über Jahre hinweg stehen die Inszenierungen der freien Theatergruppe um Ann Dargies, Gisela Eitel und Max Petermann auf dem Spielplan im Theater Mollerhaus, bei den Wacker-Theatertagen oder auf anderen Bühnen im In- und Ausland. Wer die Stücke kennt, bemerkt vielleicht jedoch auch, dass sich immer wieder einmal etwas ändert. Das können kleine Regieeinfälle sein, erläutert Max Petermann. Manchmal sind die Änderungen aber auch so gravierend, dass fast ein neues Werk entsteht.

„Danke in Dur und Moll – Eine Partitur für Clowns“, das Stück, das am Freitag im Mollerhaus Premiere hatte, geht zurück auf eine Inszenierung, die das Theater Transit im Sommer 2004 zum ersten Mal präsentiert hat. Damals hieß es „Stolpern in Dur und Moll“. Gut zehn Schauspieler, die unter Ann Dargies’ Regie die Kunst des Bühnenclowns gelernt hatten, zeigten den Zuschauern darin, wie das Gefühlskarussell in Fahrt kommt, wenn man versetzt wird: Sie spielten Menschen, die vom Bürgermeister für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt werden sollen, doch dann kommt die Amtsperson nicht. Freudige Erwartung, Verunsicherung, Entrüstung, Trauer zeichneten sich im Wechsel auf den Gesichtern der zu liebenswert-schrulligen Typen stilisierten Wartenden ab. Und immer wieder brach sich ein kindlicher Sinn für Komik Bahn, einzelne Reaktionen setzten Gruppenprozesse in Gang, die oft musikalisch waren.

Bei „Danke in Dur und Moll“ ist das Personal um die Hälfte geschrumpft, und die vertröstenden Worte spricht diesmal nicht der Hausmeister, sondern eine ängstlich-besorgte, drollig trippelnde Sekretärin, dargestellt von Dargies selbst. Die neue Inszenierung ist quasi das Konzentrat der vorhergehenden. Leicht variiert und textlich und szenisch gestrafft, fällt die Aufmerksamkeit automatisch mehr auf die einzelnen Figuren.

Die Ensembleszenen, etwa ein plötzlich sich entfesselnder Flamencotanz, haben etwas an Wucht verloren, dafür hat man mehr Zeit, die ausgeprägte ulkige Mimik der Schauspielerinnen zu beobachten. Und das macht genauso viel Spaß wie beim großen Ensemble. Bei der Premiere gab es dafür viel Applaus und viele Blumen.

Melanie Neumann
5.12.2005
Darmstädter Echo




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