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VORSCHLÄGE DES KULTURAUSSCHUSSES SORGEN FÜR UNRUHE |
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03. Dezember 2009 | sb Vorschläge des Kulturausschusses sorgen für Unruhe in freier Szene
Freie Szene: Nachdem Details gestreut wurden, will Darmstädter Kulturausschuss Förder-Papier nun öffentlich diskutieren DARMSTADT.
In der kommenden Woche sollen die Ergebnisse einer Bewertungsjury den Vertretern der freien Szene in Darmstadt vorgestellt werden. Nach Informationen dieser Zeitung wird darin der Vorschlag gemacht, das Theater Mollerhaus als Forum der freien Szene sowie gesondert die Gruppen Stromer, Theaterlabor und Transit für bis zu drei Jahre in die ,,konzeptionelle Förderung" zu nehmen. Eine Jury von Theaterexperten hatte das Angebot von rund zwanzig Gruppen begutachtet, um Vorschläge zu machen, wer künftig regelmäßig mehr, wer weniger und wer nur noch auf Antrag Zuschüsse erhalten soll.
Nun wird es am Mittwochnachmittag (9.) eine Sondersitzung des Kulturausschusses geben, in dem die Vertreter der freien Szene mit den Ergebnissen konfrontiert werden. Insgesamt über 300 000 Euro stehen im Topf ,,Freie Szene" und über Projektfördermittel des Kulturamts zurzeit für die freie Theaterarbeit zur Verfügung. Der Betrag gilt in der Szene als zu niedrig, eine Erhöhung ist aber bislang nicht vorgesehen und wird bei 54 Millionen städtischen Schulden auch nur schwer realisierbar sein. Die Unruhe unter den Theatermachern ist entsprechend groß, zumal Details aus dem Jury-Papier seit Wochen kursierten. Das dreiseitige Schreiben liegt mittlerweile auch dieser Redaktion vor. Für die soziokulturelle Arbeit des Hoffart-Theaters und des Kindertheaters Hopjes sieht das Papier keine Förderung aus dem künstlerischen Etat vor, die Förderung des TAP wird grundsätzlich zur Diskussion gestellt. Beide Punkte waren schon Mitte November durch eine Pressemitteilung der SPD bekannt gemacht worden.
Zu Beginn der Kulturausschuss-Sitzung am Mittwoch hatte es denn auch Streit gegeben über fehlende Transparenz und mangelnde Diskretion. Mitte November hatte der Ausschuss, angeblich auf Wunsch des Jury-Vorsitzenden Gordon Vajen vom Frankfurter Theaterhaus, nicht-öffentlich über das Papier beraten. Parallel zur Sitzung nahm die SPD-Fraktion damals in einer Pressemitteilung zu Teilen der Vorschläge Stellung. Der Bruch der vereinbarten Vertraulichkeit sorgte nun am Mittwoch für harsche Kritik der anderen fünf Fraktionen im Ausschuss, die der SPD-Fraktionsvorsitzende Hanno Benz mit dem Hinweis konterte: ,,Wenn wir gute Ergebnisse erzielen wollen, brauchen wir den öffentlichen Diskurs."
Nach der offiziellen Sitzung gab es am Mittwoch ein zweistündiges Arbeitsgespräch der Parlamentarier, das die Vorsitzende Ruth Wagner (FDP) gegenüber dem ECHO als sehr konstruktiv lobte. Die Jury sei auf drei Jahre bestellt und gebe der Politik wertvolle Hinweise zu einer künstlerischen Qualitätsbeurteilung, die sich im Kulturhaushalt niederschlagen soll. Hanno Benz findet den Bericht hingegen enttäuschend. Für eine kontroverse Debatte am kommenden Mittwoch ist also gesorgt.
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Grüne fordern Umverteilung | Nicht mehr Geld , aber mehr Sicherheit
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