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Lange Benefiz-Nacht


Von Lusitanien nach Paris
Kleinkunst - Großer Andrang bei der „Langen Benefiznacht" im Theater Moller Haus

DARMSTADT. Um 21 Uhr gab es im Darmstädter Theater Moller Haus erst einmal eine große Umbaupause bei der „Langen Benefiznacht" zu Gunsten der Flutopfer in Südostasien. Allerdings wurde nicht auf der Bühne geräumt - die blieb am Samstag karg und frei für das bunt zusammengestellte Programm zwischen Musik, Theater und Kleinkunst. Vielmehr schafften die Mitarbeiter des Theaters immer mehr Stuhle heran, um den Ansturm des Publikums bewältigen zu können: Die Neugier auf den von Initiator Rainer Bauer moderierten Abend hatte zusammen mit dem Wunsch, den Opfern der Flut zu helfen, für enormen Andrang gesorgt.
Und schon während die Gäste nach dem ersten Programmpunkt mit Eva Händschke und Iris Daßler (Klavier und Flötenmusik) sowie einem Auftritt des Theater Lakritz an der Getränke-Theke Schlange standen, füllten sich die Spendentöpfe - Eintritt wurde nicht verlangt. Insgesamt, so zählte Rainer Bauer am späten Abend zufrieden zusammen, brachte die Nacht 2365,38 Euro ein.
Ob nun das Improvisationstheater Äppler Express aus Frankfurt aus Gedichtfragmenten von Gottfried Benn ein absurdes Dramolett auf die Bühne stellte, das in seiner Verquickung von schrägen Bildern und skurrilen Szenen einen neuen Blick auf die Lyrik Benns eröffnete. Oder ob die Sängerin Petra Bassus, am Klavier von Roland Erben begleitet, einen Ausflug in die Welt der Chansons unternahm, vom lusitanischen Liebeslied über das Original der Gattung aus Paris bis zum rotzfrechen Stück aus dem Berlin der Zwanziger: Die „Lange Benefiznacht“ machte am Samstag vor, wie gut sich Theater, Kleinkunst und Musik zu einem solchen Anlass ergänzen können, ohne die Betroffenheit als Kontrapunkt den Abend prägen zu lassen.
Zu den Höhepunkten des Programms gehörte neben dem Auftritt des Kraftdichters Alex Dreppec auch Jazz von Holger Henning und Maren Evelbauer sowie von Uli Partheil und Rüdiger Gieselmann. Mit von der Partie war am Samstag im Mollerhaus auch Bauchtänzer Aram Amir el Charrk, der einen seiner Auftritte zu Gunsten der Spendenaktion versteigerte. Die Auktion am späten Abend brachte der Benefiznacht 170 Euro ein.

Pts
Darmstädter Echo vom 10. Januar 2005

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